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17 September 2026

Zwei Mal abgetrieben - Zwei Mal zurück

Ich hatte die Abtreibungspille Mifegyne eingenommen, als ich in der 9. Schwangerschaftswoche war. Aber ich wollte zurück. Es fühlte sich einfach falsch an. Ich wollte die Abtreibung stoppen.

Das tat ich dann auch. Ich ließ mir von Experten in diesem Gebiet helfen; wir hatten Erfolg und mein Kleines überlebte und entwickelte sich gut weiter. Meine Beraterin hat sich sehr bemüht, war für mich da und hat mir immer wieder Mut gemacht.

Aber die Probleme, die mich vorher zur Abtreibung bewogen hatten, hörten da natürlich nicht auf. Sie wurden sogar größer. Ich steckte in einem schwierigen Rechtsstreit mit meinem Ehemann, von dem ich mich gerade scheiden ließ. Außerdem war die Beziehung zum leiblichen Vater des Kindes - der nicht mein Ehemann war - von kurzer Dauer gewesen, und wir hatten keinen Kontakt mehr.

So geriet ich erneut ins Wanken. Und dachte wieder über die Option Abtreibung nach. Ich kroch in mein Schneckenhaus. Mittlerweile war ich bereits in der 12. Schwangerschaftswoche. In meiner Verzweiflung vereinbarte ich einen Termin zur chirurgischen Abtreibung.
Am Morgen vor dem Abtreibungstermin bedankte ich mich bei meiner Beraterin für ihre große Unterstützung und teilte ihr mit, dass ich mich für einen chirurgischen Schwangerschaftsabbruch entschieden hatte. Ich bat sie um Verzeihung, dass ich den Kontakt zu ihr nun blockieren würde, da ich in meinem Entschluss nicht ins Wanken geraten wollte.

Ich war völlig durch den Wind, entschied mich dann jedoch, die vorbereitenden Tabletten für den geplanten chirurgischen Schwangerschaftsabbruch einzunehmen. Auf dem Weg zur Praxis, in der der Eingriff durchgeführt werden sollte, wurde mir plötzlich ganz heiß und schlecht. Ich spürte, dass ich kurz davor war, zu kollabieren. Deshalb verließ ich die S-Bahn vorzeitig.

Ich wusste nicht, was ich nun tun sollte. Da hörte ich in mir ganz deutlich die Stimme meines Babys. Ich wusste, dass ich es nicht abtreiben lassen konnte.
Ich fuhr wieder nach Hause und rief meine Beraterin an, die mir weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stand.

Ich bin unendlich dankbar, dass mein Kind inzwischen geboren ist.


Hinweis: Progesteron kann der Abtreibungspille entgegenwirken.

Mit der Einnahme sollte möglichst rasch begonnen werden. Zahlreiche Kinder haben bereits überlebt — und wurden gesund geboren.

Wichtig: Dieser Bericht erzählt von der persönlichen Erfahrung einer jungen Frau. Ihre Geschichte und insbesondere die darin beschriebene Vorgehensweise sind individuell und nicht auf andere übertragbar.

Die Einnahme von Progesteron darf daher ausschließlich unter ärztlicher Behandlung und fachkundiger Begleitung erfolgen. Wenn du Fragen hast oder dich in einer ähnlichen Situation befindest, wende dich bitte an die Helpline.